„Die Ostdeutschen als Avantgarde“

Datum: 6.11.
Uhrzeit: 16:30
Ort: Johanniskirche
Eintritt: frei

Ein Spaziergang zur Nachwendezeit mit Texten, audiovisuellen Quellen, interaktiven und performativen Elementen von Katja Manz und Dominik Intelmann

Es gab eine Zeit, da galten „die Ostdeutschen“ als Avantgarde; sie schienen den Verhältnissen vorauszueilen: Sie hatten die Brüche und Sinnkrisen durchlaufen, die anderen noch bevorstünden. Und dieser Gedanke hatte etwas Utopisches. Die Ostdeutschen seien frei geworden von der Einförmigkeit und dem Mühsal der Arbeitsgesellschaft und offen für große Experimente, ja, den hoffnungsvollen Aufbruch ins Ungewisse. Diese Gedanken wurden vom Autor Wolfgang Engler vor mittlerweile 16 Jahren formuliert.  Der Spaziergang begibt sich auf eine performative Spurensuche: Ausgehend von den Utopien der Wendezeit und den neu erwachten „Avantgarde“-Hoffnungen im Anschluss an die tiefe Nachwendekrise sollen mit den Teilnehmerinnen die wechselvollen Narrative rekonstruiert werden. Dabei wird folgenden Fragen nachgespürt:

Wer sind eigentlich „die Ostdeutschen“? Wie könnte ein solches kollektives Bewusstsein aussehen? Sind „die Ostdeutschen“ bereit für die Rolle der Avantgarde? Bleiben die ostdeutsche Verzweiflung, der Unmut und der Hass, der sich dieser Tage zeigt, ein dunkler, apokalyptischer Zustand oder können sie doch in eine „positive“ Avantgarde-Position einfließen?

Im Anschluss an den Spaziergang wird im Schauspielhaus um 18.00 Uhr das Stück „Aufstand der Dinge“ gezeigt.

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